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Ganz gleich, aus welchem Land der Wein stammt – mit hoher Wahrscheinlichkeit steckt ein Korken aus Portugal im Hals der Flasche. Dort wird Kork hart bedrängt von Plastik und Aluminium. Aber das Naturprodukt findet neue Nischen.
«Der beste Wein ist nicht unbedingt der teuerste, sondern der, den man teilt», sagte einmal der französische Chansonnier Georges Brassens (1921–1981). Ob im Flaschenhals ein echter Korken stecken muss oder ob es auch ein Stopfen aus Plastik oder ein Schraubverschluss sein darf, hat Brassens nicht gesagt. Für stilbewusste Geniesser von Wein oder Champagner gehören das «Plop»-Geräusch oder der Knall des Korkens beim Köpfen der Flasche aber ebenso zum Ritual wie das Anstossen mit den Gläsern.
Kork ist aber nicht mehr nur in Flaschenhälsen, sondern auch andernorts im Alltag anzutreffen. Wer sich die Sohlen der eigenen Sandalen genau ansieht, entdeckt dort möglicherweise ein Konglomerat aus diesem leichten…
Nachhaltiger Konsum bedeutet unter anderem, Materialien zu verwenden, deren Produktion der Natur möglichst wenig schadet. Bei einigen Produkten schützt die Nachfrage Biotope. Zu diesen gehört Naturkork, der aus der Rinde der Korkeiche gewonnen wird.
In den Korkeichenwäldern von Corticeira Amorim (Quelle auf Englisch) beginnt die Arbeit bei Tagesanbruch. Die Korkernte läuft von Ende Mai bis August, vieles davon erledigen die Arbeiter noch per Hand.
„Im Schnitt liefert ein Baum rund 170 bis 200 Jahre lang Kork, das erlaubt uns 15 bis 17 Schälgänge", erklärt Carlos Abreu aus der Kommunikationsabteilung von Amorim Florestal.
Eine Korkeiche braucht mindestens neun Jahre, um ihre Rinde zu erneuern, und etwa 25 Jahre bis zur ersten Ernte. Diese langen Zyklen passen nur schwer zu den Bedürfnissen der kleinen und mittleren Betriebe, die rund 90 Prozent der Zulieferer von Amorim stellen.
„Mit unseren Projekten in den eigenen Wäldern wollen wir anderen Grundbesitzern zeigen, dass sich der Wald auch anders bewirtschaften lässt und trotzdem ein gutes Einkommen bringt", sagt Nuno Oliveira, Forstdirektor bei Amorim Florestal.
Das Gut Rio Frio dient als Schaufenster für die neuesten Innovationen von Amorim. Die von Menschenhand angelegten Korkeichenwälder gehören zu den größten der Welt und fungieren als Freiluftlabor. Forschende testen hier, wie sich die erste Ernte beschleunigen…