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In vielen Haushalten gehört die Espressokanne für den Herd von Bialetti fest dazu. Seit einiger Zeit steckt die italienische Traditionsfirma in Schwierigkeiten. Jetzt wechselt sie den Besitzer. Neuer Eigentümer ist ein chinesischer Unternehmer.
Man muss eigentlich nur genau hinhören, um eine Ahnung davon zu bekommen, dass es beim Kaffee nicht nur um Gerüche, Geschmackliches und Olfaktorisches geht. Dass zu den großen Kaffeemomenten immer auch das Akustische gehört. Das laute Klacken der großen Siebträgermaschinen der Delonghis, Gaggias und Quick Mills in einer Mailänder Eck-Bar. Das dezente Gurgeln einer deutschen Filterkaffee-Maschine morgens um sieben.
Der Espresso-Kocher von Bialetti geniesst weltweit Kultstatus. Aber reicht das, um ein serbelndes Unternehmen vor dem Konkurs zu retten?
Das kleine Dorf Coccaglio liegt in der Peripherie der Mode- und Kulturstadt Mailand, zwischen Bergamo und Brescia. Trockene Felder und Brachland prägen die Gegend. Entlang der Hauptstrasse, die aus dem Dorf führt, verflüchtigt sich der Duft von Kaffee. Es ist der einzige Hinweis auf das, was sich hinter der letzten Kurve versteckt: der Hauptsitz der Firma Bialetti.
Bialetti verkauft heute Küchenutensilien aller Art. Darunter ein Kulturgut Italiens, das die Marke weltberühmt gemacht hat: die Moka Express, ein Espresso-Kocher aus Aluminium. Der mit Wasser gefüllte Kocher wird auf den Herd gestellt, das Wasser erhitzt sich und gelangt durch Druck in einen Trichter mit Kaffeepulver. Nach wenigen Minuten füllt sich die Kanne mit Kaffee. Es kocht und sprudelt und pfeift. Der Duft Italiens.
Die Moka ist seit 1933 auf dem Markt. Und seit den 1950er Jahren in fast jeder italienischen Küche. Kaffee aus der Moka gehört zum Stereotyp der italienischen Alltagskultur wie Vespa-Fahren oder…